| | Verein Pro Binninger Anzeiger | |
Verein «Pro Binninger Anzeiger» gegründet Vor einigen Monaten erzählte mir der Geschäftsinhaber eines Kleinbetriebes, dass er an seinem Wohnort Riehen von Zeit zu Zeit Leserbriefe schreibe, worin er diverse Vorgänge in seiner Gemeinde kritisch kommentiere. Er habe sich aber einst wundern müssen, dass in der nächsten Ausgabe jeweils nicht nur sein Leserbrief, sondern unmittelbar folgend bereits die Antwort des Gemeinderates abgedruckt gewesen sei. Um dies zu vermeiden, habe er dann die zukünftigen Leserbriefe jeweils erst 5 Minuten vor Redaktionsschluss eingereicht. Mich freut es, im Binninger Anzeiger völlig gegensätzliche Leserbriefe von Jung und Alt, unabhängig von sozialer Herkunft oder gesellschaftlichem Status, zu allerlei Themen, gespickt mit Meinungen, Argumenten, Anregungen, Ideen, Vorschlägen, Aufforderungen, Vorwürfen, Wutausbrüchen oder auch Kritik lesen zu können. Hier spürt man den Puls der Einwohner! Leserbriefe bringen Stimmung oder auch Missstimmung, sorgen aber in jedem Fall regelmässig für Gesprächsstoff. Leserbriefe schaffen auch Transparenz, und diese ist für das optimale Funktionieren einer Gemeinde unverzichtbar. Doch für den Binninger Gemeinderat sind kritische Leserbriefe ein Ärgernis, was sich wiederholt direkt oder indirekt beobachten liess. Es fehlt der «Sportgeist», um den meist konkreten Hinweisen nachzugehen und die notwendigen Verbesserungen herbeizuführen. Stattdessen werden gemäss meinem Empfinden Mittel und Wege gesucht, eine möglichst weitgehende Kontrolle über alle die Gemeinde betreffenden Informationen zu gewinnen, nicht nur bei den amtlichen Anzeigen, sondern zum Beispiel auch über den Redaktionsteil des Binninger Anzeigers. Diese Entwicklung nahm ihren Anfang, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, mit der Schaffung der Stelle «Kommunikationsbeauftragte» auf der Gemeindeverwaltung. Mit Steuergeldern finanziert, unterdessen bereits von 30 auf 50 Stellenprozente aufgestockt, halte ich eine derartige Stelle bei einer Gemeinde in der Grössenordnung von Binningen für überflüssig. Ich bin der Meinung, dass die Gemeinderäte, Abteilungsleiter etc. ihren Kompetenzen entsprechend sehr wohl eigenverantwortlich ihre Texte formulieren können und hierzu keine zentralistisch organisierte Struktur notwendig ist. Nach dem sorgfältigen Studium der Ausschreibung für das Amtliche Publikationsorgan der Gemeinde Binningen sehe ich meine obigen Befürchtungen bestätigt: Der Fortbestand des Binninger Anzeigers ist akut gefährdet. Es gilt nun nicht zu klagen, sondern sofort und engagiert zu handeln. Deshalb wurde bereits am vergangenen Sonntag der Verein «Pro Binninger Anzeiger» gegründet. Der Zweck des Vereins wurde wie folgt definiert: «Der Verein bezweckt die Sicherung des Fortbestands des traditionsreichen Binninger Anzeigers als unabhängige und freie Wochenzeitung, welche der Meinungsfreiheit und -vielfalt verpflichtet ist.» Ich wurde zum Präsidenten bestimmt und werde dieses Amt ad interim ausführen bis zur ersten ausserordentlichen Generalversammlung, die einberufen werden wird, sobald der Verein über 100 Mitglieder zählt. In einem ersten Schritt gilt es nun, die Sympathie und Unterstützung für den Binninger Anzeiger zu bündeln. Bitte machen Sie vom Anmeldetalon auf Seite 10 Gebrauch und entscheiden Sie sich für eine Einzel-, Familien-, Vereins- oder Firmenmitgliedschaft. Auch Gönner sind selbstverständlich willkommen! In einem zweiten Schritt soll eine Volksinitiative gestartet werden, welche die Vergabe der amtlichen Publikationen ausschliesslich an eine ortsansässige Zeitung sicherstellt. Aus juristischen Gründen ist bei dieser Volksinitiative leider eine allgemeine Formulierung erforderlich. Im Namen des Vereins Pro Binninger Anzeiger Urs-Peter Moos, Präsident ad interim
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